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ZOEVIAN Zoë · Avian – Leben mit Vögeln

Vogelarten erkennen

Finken erkennen: Buchfink, Grünfink, Stieglitz, Gimpel, Kernbeißer und ihre Verwandten

Die heimischen Finken sicher bestimmen: Merkmale, Stimmen und Lieblingsfutter von Buchfink, Bergfink, Grünfink, Stieglitz, Gimpel, Kernbeißer, Erlenzeisig, Girlitz und Hänfling.

Von der ZOEVIAN Redaktion · · 7 Min. Lesezeit

Finken sind die Körnerspezialisten unter den Singvögeln. Mit ihrem kräftigen, kegelförmigen Schnabel knacken sie Samen, Kerne und Knospen, die anderen Vögeln verschlossen bleiben. Viele von ihnen gehören zu den buntesten Vögeln unserer Gärten: das rote Gesicht des Stieglitzes, die rosa Brust des Gimpels, das leuchtende Gelb des Girlitzes. Und weil Finken gern an Futterstellen kommen, kann man sie besonders gut beobachten.

Dieser Ratgeber stellt dir die Finken vor, die du in Deutschland am häufigsten siehst, mit ihren wichtigsten Merkmalen, ihren Stimmen und Tipps, wie du sie in den Garten lockst.

Was Finken ausmacht

Finken haben einige gemeinsame Merkmale, die dir helfen, sie als Gruppe zu erkennen:

  • Kegelförmiger Schnabel: kurz, dick und spitz zulaufend, ideal zum Knacken von Samen.
  • Gekerbter Schwanz: Bei vielen Arten ist der Schwanz am Ende leicht gegabelt.
  • Welliger Flug: Finken fliegen in Bögen, mit kurzen Flügelschlägen und Phasen, in denen sie die Flügel anlegen.
  • Gesellige Lebensweise: Außerhalb der Brutzeit ziehen viele Arten in Trupps umher.
  • Unterschiedliche Geschlechter: Bei den meisten Arten sind die Männchen auffälliger gefärbt als die Weibchen.

Ihre Jungen füttern aber auch Finken anfangs mit Insekten, die meisten Arten später mit einem Brei aus Samen.

Der Buchfink

Der Buchfink ist einer der häufigsten Brutvögel Deutschlands und fast überall zu finden, wo es Bäume gibt.

Das Männchen hat einen blaugrauen Scheitel und Nacken, eine rötlich-braune Brust und Wangen, einen braunen Rücken und einen grünlichen Bürzel. Das sicherste Merkmal sind die zwei weißen Flügelbinden und die weißen Schwanzkanten, die im Flug auffallen. Das Weibchen ist schlicht olivgrau bis graubraun, zeigt aber dieselben weißen Flügelbinden.

Sein Gesang ist eine kräftige, schmetternde Strophe, die schneller wird und mit einem typischen Schnörkel endet. Viele Menschen kennen auch seinen Ruf, ein metallisches „pink“ oder „fink“, das ihm den Namen gegeben hat. Am Futterplatz sucht er gern am Boden nach heruntergefallenen Kernen.

Der Bergfink

Der Bergfink ist der nordische Verwandte des Buchfinken und kommt nur im Winter zu uns. Er brütet in den Birken- und Nadelwäldern Skandinaviens und Russlands.

Im Winterkleid hat das Männchen eine orangefarbene Brust und Schulter, einen schwarz gesprenkelten Kopf und einen weißen Bürzel, der im Flug gut zu sehen ist. Das Weibchen ist blasser. In Jahren, in denen die Buchen besonders viele Bucheckern tragen, kommen Bergfinken manchmal in riesigen Schwärmen nach Mitteleuropa, die Hunderttausende oder sogar Millionen Vögel umfassen können. Im Garten mischen sie sich oft unter Buchfinken.

Der Grünfink

Der Grünfink ist ein kräftiger, spatzengroßer Fink mit einem dicken, hellen Schnabel. Das Männchen ist olivgrün mit leuchtend gelben Abzeichen an den Flügelkanten und am Schwanz. Das Weibchen ist matter graugrün mit weniger Gelb.

Im Frühjahr hört man oft sein gedehntes, nasales „dschuuuii“, dazu einen trillernden Gesang, den er gern im Singflug mit langsamen, flatternden Flügelschlägen vorträgt. Grünfinken sitzen am Futterhaus oft lange an einer Stelle und knacken Sonnenblumenkerne einen nach dem anderen.

In vielen Regionen sind Grünfinken in den vergangenen Jahren deutlich seltener geworden. Eine wichtige Ursache ist die Trichomonadose, eine Parasitenerkrankung, die sich über verschmutzte Futterstellen und Tränken verbreitet. Wie du vorbeugst, erklärt der Ratgeber Futterstelle sauber halten.

Der Stieglitz

Der Stieglitz, auch Distelfink genannt, gehört zu den farbenprächtigsten Vögeln Europas. Er hat ein rotes Gesicht, einen schwarz-weißen Kopf, einen hellbraunen Rücken und schwarze Flügel mit einer breiten, goldgelben Flügelbinde. Männchen und Weibchen sehen fast gleich aus. Jungvögel haben noch keinen roten Kopf, aber schon die gelbe Flügelbinde.

Sein Gesang ist ein fröhliches, perlendes Zwitschern, sein Ruf ein typisches „stiglit“, von dem sich sein Name ableitet. Stieglitze fressen am liebsten Samen von Disteln, Karden, Kletten, Sonnenblumen und Löwenzahn, die sie mit ihrem spitzen Schnabel geschickt aus den Samenständen ziehen. Wer im Herbst Samenstände im Garten stehen lässt, hat gute Chancen auf Besuch. Am Futterhaus mögen sie besonders Nigersaat und kleine Sonnenblumenkerne.

Der Gimpel

Der Gimpel oder Dompfaff ist ein gedrungener, ruhiger Fink mit einem kurzen, sehr dicken, schwarzen Schnabel und einer schwarzen Kappe. Das Männchen hat eine leuchtend rosarote Brust und Wangen, einen grauen Rücken und einen weißen Bürzel. Das Weibchen hat eine graubraune Brust, aber dieselbe schwarze Kappe und den weißen Bürzel.

Gimpel sind leise Vögel. Man hört vor allem ihren weichen, wehmütigen Ruf, ein gedämpftes „djü“. Sie leben paarweise oft das ganze Jahr zusammen. Im Frühjahr fressen sie Knospen von Obstbäumen und Sträuchern, im Herbst und Winter Samen und Beeren, etwa von Esche, Eberesche und Schneeball. Am Futterplatz kommen sie gern an ruhige Stellen in der Nähe von Hecken.

Der Kernbeißer

Der Kernbeißer ist der größte und kräftigste heimische Fink. Sein riesiger, im Frühjahr stahlblauer Kegelschnabel knackt sogar Kirsch- und Pflaumenkerne. Er hat einen großen, orangebraunen Kopf, einen grauen Nacken, einen schwarzen Kehlfleck und auffällige weiße Flügelfelder, die im Flug blitzen.

Kernbeißer sind scheu und halten sich oft hoch in den Baumkronen auf. Sie kommen meist früh am Morgen an Futterstellen, besonders wenn dort gestreifte Sonnenblumenkerne angeboten werden. Ihr Ruf ist ein scharfes, metallisches „zick“.

Der Erlenzeisig

Der Erlenzeisig ist ein kleiner, schlanker, gelbgrüner Fink. Das Männchen hat eine schwarze Kappe und ein schwarzes Kinn, gelbe Brust und Wangen und gelbe Flügelbinden. Das Weibchen ist heller und stärker gestrichelt.

Erlenzeisige brüten vor allem in Nadelwäldern. Im Winter ziehen sie in Trupps umher und fressen Samen von Erlen und Birken, oft kopfüber hängend wie Meisen. In manchen Wintern kommen sie häufig an Futterstellen, besonders an Silos mit Nigersaat oder kleinen Sonnenblumenkernen.

Der Girlitz

Der Girlitz ist der kleinste heimische Fink, kaum größer als eine Blaumeise. Er ist gelb mit dunkler Strichelung, hat einen leuchtend gelben Bürzel und einen sehr kurzen, stummeligen Schnabel. Das Männchen ist kräftiger gelb als das Weibchen.

Sein Gesang ist unverkennbar: ein schnelles, hohes, klirrendes Zwitschern, das an das Klirren von Glasscherben erinnert und oft von einer Antenne oder Baumspitze vorgetragen wird. Der Girlitz ist ein Sommervogel, der im Frühjahr aus dem Süden zurückkehrt und Gärten, Friedhöfe und Parks mit lockerem Baumbestand liebt.

Der Bluthänfling

Der Bluthänfling lebt eher in offenen Landschaften mit Hecken, an Ortsrändern und in Weinbergen. Das Männchen hat im Frühjahr eine karminrote Stirn und Brust, einen grauen Kopf und einen warmbraunen Rücken. Das Weibchen ist braun gestrichelt. Beide zeigen weiße Ränder an Flügeln und Schwanz. Sein Gesang ist ein abwechslungsreiches, zwitscherndes Plaudern. Wo es Wildkräuter mit Samen gibt, kann man ihn auch am Rand von Siedlungen beobachten.

Weitere Finken

  • Birkenzeisig: klein, braun gestrichelt, mit roter Stirn und schwarzem Kinn. Im Winter oft in Birken.
  • Fichtenkreuzschnabel: Seine überkreuzten Schnabelspitzen sind perfekt, um Samen aus Fichtenzapfen zu holen. Männchen sind ziegelrot, Weibchen grünlich. Er brütet in Nadelwäldern, manchmal schon mitten im Winter.

Finken im Überblick

ArtAuffälligstes MerkmalRuf oder GesangLieblingsfutter
Buchfinkzwei weiße Flügelbinden, Männchen mit rötlicher Brustschmetternde Strophe mit Schnörkel, „pink“Samen, am Boden
Bergfinkorange Brust, weißer Bürzel, nur im Winterquäkendes „gäck“Bucheckern, Sonnenblumenkerne
Grünfinkolivgrün, gelbe Abzeichen, dicker heller Schnabel„dschuuuii“Sonnenblumenkerne
Stieglitzrotes Gesicht, gelbe Flügelbinde„stiglit“Distel-, Karden-, Nigersaat
Gimpelschwarze Kappe, Männchen rosarote Brustweiches „djü“Knospen, Samen, Beeren
Kernbeißerriesiger Schnabel, weiße Flügelfelderscharfes „zick“harte Kerne
Erlenzeisiggelbgrün, Männchen mit schwarzer KappezwitscherndErlen- und Birkensamen, Nigersaat
Girlitzsehr klein, gelb gestrichelt, gelber Bürzelklirrendes Zwitschernkleine Samen
BluthänflingMännchen mit roter Stirn und Brustplauderndes ZwitschernWildkrautsamen

Finken in den Garten locken

Futter

Finken lieben Sonnenblumenkerne, die Basis jeder Fütterung. Für Stieglitz und Erlenzeisig ist Nigersaat in einem speziellen Silo ideal, für Kernbeißer und Gimpel gestreifte Sonnenblumenkerne. Buchfinken suchen gern am Boden unter der Futterstelle. Mehr dazu im Ratgeber Vogelfutter: welche Sorte für welchen Vogel.

Samenstände stehen lassen

Das natürlichste Finkenfutter wächst im Garten: Samen von Sonnenblumen, Disteln, Karden, Nachtkerzen, Löwenzahn, Wegwarte und Gräsern. Lass die Samenstände im Herbst stehen und schneide sie erst im Frühjahr ab. So finden Stieglitze, Hänflinge und Grünfinken bis in den Winter Nahrung.

Bäume und Sträucher

Erlen und Birken locken Erlenzeisige und Birkenzeisige an, Buchen in Mastjahren die Bergfinken. Hecken mit Weißdorn, Schneeball und Wildrosen bieten Gimpeln Nahrung und Nistplätze. Eine Pflanzenliste findest du im Ratgeber Heimische Sträucher für Vögel.

Hygiene

Weil Finken an Futterstellen lange sitzen und gesellig sind, sind sie besonders anfällig für Krankheiten wie Trichomonadose und Salmonellose. Saubere Futtersilos und täglich frisches Wasser sind deshalb besonders wichtig.

Häufige Fragen

Warum sehe ich im Winter mehr Buchfinken-Weibchen? Buchfinken-Weibchen ziehen häufiger nach Süden als Männchen, dafür kommen Vögel aus dem Norden zu uns. Das Verhältnis kann sich regional stark verschieben.

Ist der Kanarienvogel ein Fink? Ja, der Kanarengirlitz, die Wildform des Kanarienvogels, ist ein naher Verwandter unseres Girlitzes. Mehr dazu im Ratgeber Kanarienvogel halten.

Wie unterscheide ich Grünfink und Girlitz? Der Grünfink ist viel größer, kräftiger und hat einen dicken, hellen Schnabel. Der Girlitz ist winzig, gestrichelt und hat einen kurzen, stummeligen Schnabel. Weitere schwierige Paare beschreibt der Ratgeber Verwechslungspaare bei Gartenvögeln.

Fazit

Finken erkennst du am kegelförmigen Schnabel und am welligen Flug. Die einzelnen Arten unterscheiden sich vor allem durch Farbmuster: weiße Flügelbinden beim Buchfink, gelbe Abzeichen beim Grünfink, rotes Gesicht beim Stieglitz, schwarze Kappe und rosa Brust beim Gimpel, riesiger Schnabel beim Kernbeißer, schwarze Kappe und gelbe Binden beim Erlenzeisig, leuchtendes Gelb beim Girlitz. Mit Sonnenblumenkernen, Nigersaat, stehen gelassenen Samenständen und sauberen Futterstellen holst du viele von ihnen in deinen Garten.

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